WoW Forever sprengt alle Beta-Rekorde – und stellt Blizzard vor ein Dilemma

Mehr als eine Million Charaktere in der Beta setzen Blizzard unter Druck. Doch nicht das lauteste Feedback entscheidet über WoW Forever.
WoW Forever hat mit der aktuell noch laufenden Beta wohl alle Erwartungen und Hoffnungen von Blizzard mehr als übertroffen. Über eine Million Charaktere wurden erstellt und zum Release am 5. November ist mit einem gewaltigen Ansturm zu rechnen.
Damit ist es laut Blizzard-Chefin Holly Longdale die größte Beta der Firmengeschichte. Das wiederum bedeutet auch, dass es nie so viel Feedback für die Entwickler gab – was für Blizzard ein Segen und Fluch zugleich ist.
Denn in der Regel gibt es Feedback in alle Richtungen. Jede Änderung hat Befürworter und gleichzeitig auch Gegner. Und bei jeder Anpassung werden die Devs mit Gegenwind rechnen müssen. Die Community selbst ist sich nämlich in den meisten Sachen eher uneins. Übertrieben gesprochen: „Der Stein liegt zu weit rechts. Nein, der Stein liegt zu weit links.“
Holly Longdale hat nun im Rahmen der PAX Australia über dieses Problem gesprochen und darüber, warum es uns oft so erscheint, als würde Blizzard die Community ignorieren.
WoW muss mit anderem Feedback umgehen
In der Vergangenheit kam das Feedback bei Videospielen nur aus kleinen Gruppen von Menschen. Selbst in der jüngeren Vergangenheit von WoW waren die Mengen, die auf dem PTR oder in der Beta unterwegs waren (und dort wirklich Feedback gegeben haben), sehr überschaubar.
Gleichzeitig konnte man den Eindruck gewinnen, dass es jede Menge Feedback für die Blizzard-Entwickler gab. Denn in den Sozialen Medien und Co. konnten wir das alle lesen. Allerdings betonte Holly Longdale, dass die Lautstärke in den Social Networks nicht unbedingt bedeutet, dass die Mehrheit der Spieler auch so denkt – oder dass es überhaupt belegbare Hinweise gibt, dass man handeln müsste.
Blizzard selbst untersuche die Probleme, käme aber mitunter zu anderen Lösungen als die lauten Stimmen. Die Analyse bei Blizzard basiere nämlich nicht auf den Erfahrungen einiger wenige, sondern auf Unmengen von Daten, wie die Spieler sich wirklich verhalten. Danach würden Entscheidungen getroffen, und nicht nach dem Geschrei weniger Spieler – oder wie es Holly so schön passend ausdrückte: „Man hört nicht auf die lautesten Leute im Raum.“
Irgendwer meckert ohnehin immer
Ganz so einfach ist die Lösung aber auch mit Milliarden von Datenpunkten nicht. Gerade WoW ist ein Spiel für jedermann – und jeder spielt unterschiedlich. Fragt man zehn Spieler, wie ein perfektes WoW aussehen soll, dann bekommt man elf Antworten.
Blizzard muss daher an einigen Stellen Grundsatzentscheidungen treffen, die dann auch nicht allen Spielern gefallen können. Zudem muss es den Freiraum geben, dass die Entwickler nach wie vor ihre Vision eines Spiels umsetzen können.
Man will bei Blizzard das Feedback – man fordert es ja ungeniert bei jeder Gelegenheit ein. Man will es auch ernst nehmen. Doch das reichliche Feedback der stillen Spieler wird auch in Zukunft wichtiger sein als das lautstarke Feedback weniger.
Quelle: Buffed
