WoW: Metzen-Zitat sorgt für Aufruhr: "Ich wünschte, es hieße nicht Warcraft"

WoW: Metzen-Zitat sorgt für Aufruhr: "Ich wünschte, es hieße nicht Warcraft"

Ein aktuelles Interview mit Blizzard-Devs sorgt für hitzige Debatten unter WoW-Fans. Im Mittelpunkt steht dabei weniger World of Warcraft selbst, sondern der Name Warcraft und das, was er für viele bedeutet.

In den vergangenen Tagen gab es einige spannende Interviews rund um World of Warcraft und Overwatch. Doch ein Gespräch mit Ion Hazzikostas und Holly Longdale hat in der Warcraft-Community besonders hohe Wellen geschlagen und bei manchen Fans sogar für echtes Stirnrunzeln gesorgt.

Der große Aufreger war dabei weniger das Interview als Ganzes, sondern ein einzelner Satz, den Longdale im Zusammenhang mit Chris Metzen fallen ließ. Sinngemäß habe Metzen wohl gesagt, er wünschte, die Marke würde nicht Warcraft heißen, weil der Name auf neue Spieler abschreckend wirken könne.

Zwar relativierte Longdale diese Aussage direkt und betonte, dass Begriffe wie "War" (also Krieg) bei etablierten Gaming- und Fantasy-Marken ihre abschreckende Wirkung verlieren, sobald man sich mit der Welt beschäftigt. Doch da war es für viele Fans bereits zu spät. In der WoW-Community hagelte es kurz darauf heftige Kritik.

Viele langjährige Spieler sehen in dem Zitat ein "Symptom" für eine Entwicklung, die sie seit Jahren selbst beobachten: World of Warcraft verliere zunehmend seinen klaren Charakter, um möglichst viele Zielgruppen gleichzeitig anzusprechen.

Warcraft: Marketing vs. Seele

Besonders heikel wird die Aussage vor dem Hintergrund, dass Blizzard die Marke Warcraft offenbar stärker ausbauen und auch jenseits des MMOs nutzen möchte.

Für viele klingt das schlicht nach Marketing-Bla und nährt die Angst, dass Warcraft am Ende seine Identität verliert und zu einem großen, aber seelenlosen Universum wird. Der häufigste Vorwurf lautet: Ein Spiel, das für alle sein will, wird am Ende beliebig und spricht niemanden mehr an.

Diese Sorge kommt nicht aus dem Nichts. In den vergangenen Jahren wurde WoW von Teilen der Community ohnehin als verwässert wahrgenommen. Eine schwammige Story, häufig wechselnde Designphilosophien, vereinfachtes Gameplay und katastrophale Erweiterungen wie Shadowlands haben bei vielen Spielern das Gefühl hinterlassen, dass Warcraft zeitweise selbst nicht so recht wusste, was es eigentlich sein möchte.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Aussage rund um den Namen Warcraft wie Öl ins Feuer.

Stillstand ist auch keine Lösung

Gleichzeitig sollte man fair bleiben: Nicht alle sehen Blizzards Pläne, die Marke Warcraft weiter auszubauen, ausschließlich negativ. Es gibt auch Stimmen, die dagegen argumentieren und meinen, dass nicht nur Warcraft, sondern auch WoW mit der Zeit gehen muss, um in einem zunehmend rauen MMO-Markt langfristig zu bestehen. Frei nach dem Motto: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Einige Spieler erkennen sogar Chancen darin, das Warcraft-Universum außerhalb des MMOs weiterzuentwickeln, etwa durch Spin-offs oder eigenständige RPG-Projekte. Ein Blick auf Warhammer zeigt, dass der Ausbau einer Marke durchaus gelingen kann. Warum also nicht auch bei Warcraft?

Schließlich zeigt die heftige Reaktion vor allem eines: Die Richtung, in die sich WoW und die Marke Warcraft künftig bewegen, ist den Fans alles andere als egal. Der Name steht für Jahrzehnte an Geschichten, Charakteren und Welten, mit denen viele Spieler starke Erinnerungen und Nostalgie verbinden.

Genau deshalb reagieren so viele empfindlich, wenn der Eindruck entsteht, Blizzard könnte dieses starke Fundament für ein möglichst großes Publikum aufweichen. Die eigentliche Herausforderung für Blizzard wird nun sein, die Wogen zwischen den Lagern zu glätten und klarer zu kommunizieren, wohin die Reise gehen soll. Was meint ihr? Kann Warcraft auch weiterhin von seiner Nostalgie leben oder muss die Marke sich tatsächlich weiterentwickeln?

Quelle: Buffed