WoW-Skandal: Blizzard feuert Game Master und bestraft beteiligte Spieler

Blizzard zieht nach einem missbrauchten GM-Einsatz in WoW schnelle Konsequenzen: Der Game-Master ist entlassen, beteiligte Spieler müssen mit Strafen rechnen.
Das ging schneller, als die meisten Spieler erwartet hätten. Nachdem in den vergangenen Tagen ans Tageslicht gekommen war, dass ein Game Master in WoW seine Macht missbraucht hatte, um seinen Freunden im Dungeon zu helfen, zog man bei Blizzard nun erste Konsequenzen.
Der betreffende Game-Master ist seinen Job los und auch die Spieler in der Gruppe werden mit harten Strafen rechnen müssen. Bei Blizzard sah man sich dazu gezwungen, ein Exempel zu statuieren. Denn auch die Devs wissen, welche weitreichenden Folgen dieser Vorfall haben kann. Immerhin ging es nicht um einen 08/15-Dungeon, sondern um einen Mythisch-Plus-Dungeon auf allerhöchstem Niveau. Aber was genau war passiert?
Kurz gesagt: Eine Gruppe aus vier Freunden und einem zufälligen Spieler stand kurz davor, in ihrem +23-Dungeon am Zeitlimit zu scheitern, weil sie einen Mob am Anfang der Instanz "vergessen" hatte. Im Discord wurde dann kurzerhand ein Freund der Gruppe, der zufällig als Game Master bei Blizzard arbeitet, um Hilfe gebeten.
Der teleportierte sich in den Dungeon, besiegte den fehlenden Mob und - wo er schon mal da war - haute er auch gleich den Boss mit um.
Nun, vielleicht wäre die Gruppe damit unerkannt durchgekommen. Doch blöderweise liefen nicht nur Live-Logs auf Warcraftlogs, man sprach auch ganz offen in verschiedenen Streams darüber. Das hat den Game-Master jetzt seinen Job gekostet. Nur wenige Stunden, nachdem Blizzard angekündigt hatte, den Fall genau untersuchen zu wollen, meldete sich Community Manager Kaivax mit einem umfangreichen Statement.
Die wichtigsten Aussagen dieses Statements:
- Blizzard hat den Fall mit internen Daten genau überprüft und die Aktion nachvollziehen können
- Die Aktion sei ein klarer Verstoß gegen die Vorgaben an Game Master
- Der entsprechende Game-Master ist nun kein Teil mehr von Blizzard
- Maßnahmen gegen die darin involvierten Spieler werden ebenfalls ergriffen
- Blizzard bedankt sich ausdrücklich bei den fairen Spielern dafür, dass sie diesen Fall ans Tageslicht gebracht haben
Hier könnt ihr euch das gesamte Statement (von uns übersetzt) durchlesen, wenn ihr das möchtet.
Das Statement macht aber klar, dass man bei Blizzard weiß, wie wichtig ein drastisches Vorgehen hier ist. Binnen weniger Stunden ist das Vertrauen in die kompetitive Szene in WoW massiv eingebrochen. Jeder neue Top-Run wurde von den Spielern via Logs bis ins Detail auseinandergenommen und es regnete zahlreiche Vorwürfe gegen unterschiedliche Spieler und Gruppen.
Wenn man sich als Spieler nicht mehr sicher sein kann, dass die anderen Gruppen nicht schummeln oder von GMs geholfen bekommen, dann verliert das gesamte Konstrukt seine Daseinsberechtigung.
Blizzard hat jetzt seinen Teil dafür getan, um den Schaden so weit wie möglich zu begrenzen. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn es gar nicht erst dazu gekommen wäre. Doch wie soll man solche Dinge als Firma verhindern?
Wir hoffen nun, dass zumindest der (offenbar) unbeteiligte Tank verschont bleibt. Der befand sich, nach einigen Aussagen in Streams, weder im Discord, noch war er mit den anderen Spielern befreundet - er wurde übers Such-Tool gefunden und eingeladen. Wenn er wegen einer solchen Aktion jetzt einen permanenten Bann bekommen würde, wäre das bitter.
Seid ihr zufrieden mit der Reaktion von Blizzard oder hättet ihr euch noch drakonischere Strafen gewünscht? Möglicherweise einen Pranger, wie es NetEase in der chinesischen WoW-Version macht?
Quelle: Buffed


