WoW-Skandal: Blizzard-GM soll für Freunde im Mythic-Plus-Dungeon gecheatet haben

WoW-Skandal: Blizzard-GM soll für Freunde im Mythic-Plus-Dungeon gecheatet haben

Ein WoW-Game-Master soll Freunden einen +23-Run gerettet haben. Logs und Twitch-Aussagen machen daraus einen gewaltigen Blizzard-Skandal.

Game Master sind in WoW dazu da, um den Spielern bei ihren Problemen zu helfen. Doch so, wie nun offenbar ein GM einer Gruppe von Spielern geholfen hat, ist das sicherlich nicht von Blizzard gedacht gewesen.

Denn statt bei einem Bug zu helfen oder eine Frage zu beantworten, hat sich der GM allem Anschein nach in einen laufenden Mythisch-Plus-Dungeon geportet und dort mehrere Mobs für die Spieler besiegt. Das allein wäre schon extrem kurios. Besonders spannend wird es aber, weil es sich um einen Mythisch-Plus-Dungeon der Stufe +23 handelte - und der GM mit den Spielern der Gruppe befreundet ist.

WoW-Gruppe versemmelt Dungeon - Game Master hilft

Die Ausgangslage war folgende: Eine Gruppe von Freunden zog mit einem übers Tool gefundenen Tank los und wollte den Nexuspunkt Xena auf Stufe 23 absolvieren. Kurz vor dem Ende fiel den Spielern jedoch auf, dass ihnen Prozente fehlen, weil sie einen Mob in einem der Flügel vergessen hatten.

Das Zurücklaufen hätte dafür gesorgt, dass sie das Zeitlimit ziemlich sicher verpasst hätten. Also fragte die Gruppe ihren Freund, der mit ihnen im Discord saß, ob er ihnen "einen Gefallen" tun könnte. Der Freund wiederum ist seines Zeichens ein Game Master in WoW.

Also portete sich der GM kurzerhand in den Dungeon, besiegte per "Area Death" den fehlenden Mob und half dann auch noch mit "Death Touch" dabei, den Boss schnell umzuhauen. Der Run war damit erfolgreich.

Ob man das jetzt klassisches "Cheaten" nennen will oder "Machtmissbrauch" eines Game Masters - es ist in jedem Fall eine Situation, die so sicherlich nicht vorkommen sollte. Das gilt besonders in einem kompetitiven Umfeld wie den extrem hochstufigen Mythsich-Plus-Dungeons.

Meldung an Blizzard - und es wird reagiert

Wahrscheinlich wäre das alles nie herausgekommen, doch die Gruppe hat gleich zwei Fehler auf einmal gemacht. So hatten sie die "Live-Logs" aktiviert, die das ganze Geschehen fein säuberlich auf Warcraftlogs dokumentierten.

Die Logs zeigen ziemlich klar, wie ein 'unbekannter Charakter' mit Fähigkeiten, über die keine Klasse verfügt, die Gegner besiegt hat.

Die Logs zeigen ziemlich klar, wie ein "unbekannter Charakter" mit Fähigkeiten, über die keine Klasse verfügt, die Gegner besiegt hat.

Außerdem schienen sie nicht sonderlich um Geheimhaltung bemüht. Denn im Nachgang erzählten sie ganz frei auf Twitch, wie die Sache mit der Game-Master-Hilfe abgelaufen war. Hier findet ihr das "Geständnis" des Spielers.

Das schien irgendeinem Spieler sehr sauer aufzustoßen, und so erschien umgehend ein reddit-Post, in dem darauf hingewiesen wurde, dass hier offenbar ein Game Master seinem "Lieblingsstreamer" unter die Arme gegriffen hat. Wenige Minuten später landete das Thema dann auch schon in den offiziellen WoW-Foren, wo es naturgemäß extrem viel Kritik für den GM hagelte.

Bei Blizzard reagierte man umgehend auf das schnell hochkochende Thema - allerdings ohne konkrete Konsequenzen zu benennen. Man dankte für den Hinweis und versicherte der Community, dass so etwas von Blizzard nicht akzeptiert werde.

  • Thank you to those who flagged this. We are reviewing and will take action as appropriate.
  • A fair and competitive playing field is essential to our games, and we won't tolerate cheating.

Das vorläufige Fehlen von Konsequenzen ist allerdings verständlich. Die Entwickler werden sich den Fall nun genau anschauen und dann reagieren. Denn auch wenn die Logs es augenscheinlich belegen, muss Blizzard erstmal kontrollieren, ob wirklich ein GM beteiligt war und ob die Sachlage nicht vielleicht eine andere war.

Dass GMs Mobs töten, ist nämlich an sich nichts Ungewöhnliches - etwa verbuggte Gegner, die sich nicht mehr angreifen lassen. Da Blizzard aber auf eigene Daten zurückgreifen kann und sich nicht auf Warcraftlogs verlassen muss, dürfte das schnell aufzuklären sein.

Die Reaktion darauf sollte (zumindest in unseren Augen) unbedingt öffentlich gemacht werden. Blizzard muss hier dringend ein Statement setzen, dass solche Dinge keinesfalls toleriert werden und sie hart dagegen vorgehen. Andernfalls wird künftig bei jedem außergewöhnlichen Erfolg in WoW der Verdacht im Raum stehen, dass ein GM "nachgeholfen" hat.

Quelle: Buffed

Warlords of Draenor is a trademark, and World of Warcraft and Blizzard Entertainment are trademarks or registered trademarks of Blizzard Entertainment, Inc. in the U.S. and/or other countries.

This site is in no way associated with Blizzard Entertainment



top