WoW-Chefin spricht Klartext zur Zukunft - Controller-Support bis Community-Features

Executive Producer Holly Longdale hat sich erstmals im offiziellen WoW-Discord den Fragen der Community gestellt - und dabei einige spannende Einblicke in die Zukunft des MMOs geliefert. Von möglichem Controller-Support bis zur Housing-Roadmap war einiges dabei.
World of Warcraft steckt mitten in der Weltenseelen-Saga, und mit The Last Titan steht bereits der nächste große Brocken vor der Tür. Dass Blizzard parallel daran arbeitet, das Spiel auch abseits neuer Inhalte weiterzuentwickeln, ist kein Geheimnis - aber wie genau diese Zukunft aussehen soll, darüber sprach nun erstmals Holly Longdale persönlich mit der Community.
Im offiziellen WoW-Discord stellte sich die Executive Producerin den Fragen der Spieler und gab dabei überraschend offene Antworten. Besonders ein Thema sorgte für Aufsehen.
Controller, Couch und tausende Unit-Frames
Longdale warf selbst die Frage in den Raum, ob Interesse an einem vollwertigen Controller-UI bestehe. Der Aufwand wäre enorm - tausende Elemente müssten angepasst werden - aber die Idee steht offenbar im Raum. Daneben bestätigte sie Pläne für eine öffentliche Housing-Roadmap und betonte, wie wichtig dem Team Personalisierung sei: Mehr Frisuren, Transmog-Optionen und soziale Interaktionen stehen auf der Agenda.
Auch zur Zukunft nach der Weltenseelen-Saga äußerte sie sich: Die aktuelle Story sei als Krönung von 20 Jahren WoW konzipiert. Danach könnte das Team durchaus neue erzählerische Wege einschlagen. Klassenfantasien und Ordenshallen-Feeling sollen dabei wieder stärker in den Fokus rücken - gerade mit Blick auf Nordend in The Last Titan.
Hier sind alle wichtigen Aussagen von Holly Longdale aus dem obigen Video:
- Die Worldsoul-Saga entstand aus einer Diskussion mit Chris Metzen darüber, was man zum 20-jährigen Jubiläum machen könnte. Die Storyline, mit der er zurückkam, ließ sich weder in einer noch in zwei Erweiterungen angemessen umsetzen - dieser Handlungsbogen ist daher die Krönung von 20 Jahren WoW.
- Was danach kommt: Das Team weiß grundsätzlich, wohin die Reise geht. Da es sich hier jedoch um einen besonderen 20-Jahre-Meilenstein handelt, könnten zukünftige Erweiterungen in eine andere Richtung gehen.
- Das Spiel zukunftssicher zu machen bedeutet, es zu modernisieren und neue, beeindruckende Features hinzuzufügen - dabei will man den Spielern aber stets treu bleiben. Gleichzeitig beobachtet das Team, wie sich Gamer verändern: Die Welt ist heute eine andere als 2004, daher ist es wichtig, den Erwartungen der modernen Zeit gerecht zu werden. WoW wurde schon immer als eine Art "dritter Ort" gesehen - ein Raum neben Zuhause und Arbeit -, und genau darauf bauen sie weiter auf, etwa mit Housing für entspannte Spieler ebenso wie mit kompetitiven Inhalten. Spieler sollen Möglichkeiten bekommen, zu Rollenspiel zu betreiben, zu leben und die Welt auf sinnvolle Weise zu beeinflussen.
- Die Doku The Life of Ibelin hat eindrucksvoll gezeigt, welchen simplen, aber starken Effekt Interaktionen zwischen Spielern haben - etwa Umarmungen oder High-Fives. Das hat den Entwicklern noch einmal verdeutlicht, wie wichtig es ist, Spielern Ausdrucksmöglichkeiten zu geben. Ziel bleibt es, Features für alle Spielertypen auszubauen: Casual-Spieler, Mid-Core-Spieler, die alles mal ausprobieren, und Hardcore-Wettkämpfer.
Soziale Systeme
- Holly glaubt fest daran, dass Verbindungen innerhalb der Community entscheidend sind - ihrer Meinung nach ist genau das der Grund, warum World of Warcraft so lange erfolgreich ist. Alles, was das Team entwickelt, dient letztlich der Community. Sie versuchen zu verstehen, wie verschiedene Spielertypen an WoW herangehen, wissen aber auch: Jeder Spieler ist einzigartig. Programme wie das Ambassador-Programm helfen dabei, direktes Feedback aus unterschiedlichen Perspektiven zu erhalten.
- Dieses Programm soll weiter ausgebaut werden - dazu wird es auf der BlizzCon weitere Informationen geben.
- Auch die sozialen Systeme im Spiel selbst sollen verbessert werden, und Spieler können hier in Zukunft mit Änderungen rechnen.
Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit
- Zugänglichkeit und einfache Handhabung sind dem Team sehr wichtig, und es gibt eine eigene Gruppe, die daran arbeitet. Die Benutzeroberfläche ist dabei oft einer der aufwendigsten Teile der Entwicklung, und man versucht, hier die richtige Balance zu finden - es bleibt aber noch viel zu tun.
- Holly stellte im Discord selbst eine Frage: Wie viele Spieler hätten Interesse daran, WoW mit Controller und einer speziell dafür entwickelten Benutzeroberfläche zu spielen? Das wäre ein riesiges Projekt, da tausende UI-Elemente angepasst werden müssten. Als Spielerin, die gerne auf dem Laptop oder entspannt auf dem Sofa spielt (und aktuell Hexenmeister spielt - möglicherweise ein Grund für die Idee), sieht sie hier Potenzial für mehr Optionen.
Klassen- und Systemdesign
- Vor allem aus dem Launch von Classic hat das Team viel gelernt. Sie sammeln umfangreiche Daten zum Spielerverhalten - auch innerhalb einzelner Klassen - und kombinieren diese mit Spielerfeedback. Erkenntnisse aus Classic und Retail beeinflussen sich gegenseitig.
- Das Team möchte transparenter machen, was funktioniert und was nicht - wobei die Wahrnehmung stark davon abhängt, ob man eher casual oder kompetitiv spielt.
- Die Entwickler wissen, wie beliebt die Ordenshallen waren, und halten Klassen- und Völkeridentitäten für zentral. Diese frühen Entscheidungen sind essenziell für ein RPG, und man denkt darüber nach, diese Identitäten wieder stärker in den Fokus zu rücken. Da Azeroth vor herausfordernden Zeiten steht, werden diese Verbindungen - wer wir sind und warum wir kämpfen - besonders wichtig.
- Mit The Last Titan geht es zurück nach Nordend. Die Überarbeitungen der alten Welt waren teilweise experimentell, aber man wird weiterhin beobachten, wie Spieler darauf reagieren. Azeroth ist riesig, und das Ziel ist es, Gründe zu schaffen, alte Gebiete wieder relevant zu machen.
- Alte Fortschrittssysteme komplett zu überarbeiten, ist ein heikles Thema (Holly scherzt, dass das Ion die Augen verdrehen lassen würde). Stattdessen will man die Welt lebendig und bedeutungsvoll gestalten und Spielern echte Einflussmöglichkeiten geben. Es gibt viele Diskussionen darüber, die bestehende Welt auszubauen statt sie immer weiter zu vergrößern - ohne dabei bestehende Inhalte zu entfernen.
- Sammler werden ebenfalls berücksichtigt: Das Team weiß, wie wichtig Sammlungen und Erfolge sind. Manche Systeme funktionieren besser als andere, daher wird weiter Feedback gesammelt, um langfristige Ziele besser zu verstehen.
Community und Housing
- Das Team möchte Rollenspiel und Immersion weiter stärken. Rollenspiel war schon immer eine Form von nutzergenerierten Inhalten. Selbst Spieler, die sich nicht als Rollenspieler sehen, bauen emotionale Verbindungen auf - etwa zur Allianz oder Horde.
- Zudem sollen mehr gemeinschaftliche Räume entstehen, die für Hochzeiten, Feiern oder Gedenkveranstaltungen genutzt werden können. Hier wird es künftig mehr Fokus geben.
- Housing ist ein komplett neuer Bereich für WoW, und das Team lernt noch dazu. Wie bei anderen Systemen wird auch hier kontinuierlich anhand von Spielerfeedback nachgebessert, da unterschiedliche Spieler unterschiedliche Wünsche haben.
- Ein öffentliches Housing-Roadmap ist ein Ziel. Erste Einblicke gab es bereits im State of Azeroth, und man möchte künftig einen konkreten Plan präsentieren.
- Holly wünscht sich - trotz technischer Einschränkungen - mehr Personalisierung und Interaktionsmöglichkeiten. Einen Gnom und einen Tauren ein High-Five geben zu lassen, ist schwieriger als gedacht. Dennoch sollen Spieler mehr Möglichkeiten bekommen, sich auszudrücken - von Frisuren und Bärten über Transmog bis hin zu Aktivitäten. Individualisierung wird eine zentrale Rolle für die Zukunft von WoW spielen.
- Haare, die unter Hüten sichtbar sind, stehen übrigens ebenfalls auf Hollys Wunschliste - sie liebt es, Charaktere optisch zu gestalten und möchte hier noch mehr Optionen.
Was bei euch hängen bleibt, ist vermutlich Geschmackssache - im wahrsten Sinne: Longdale outete sich zum Schluss als heimliche Hawaii-Pizza-Esserin. Was haltet ihr von den Ankündigungen? Ist Controller-Support überfällig oder braucht das kein Mensch?
Quelle: Buffed


