WoW Forever: Blizzard bricht mit der bekannten Classic-Story

WoW Forever bringt Classic-Gefühl ohne alte Routinen. Blizzard plant neue Storys, frische Gebiete und Überraschungen, die Azeroth wieder spannend machen.
WoW Forever soll weit mehr werden als Classic mit ein paar neuen Gebieten und überarbeiteten Talenten. Blizzard wird die bekannte Warcraft-Geschichte nicht einfach noch einmal abspulen, sondern ihr eine neue Richtung geben. „Forever“ startet bei der Story zwar an einem vertrauten Punkt, danach bekommt das Team aber deutlich mehr Freiheit und kann die Geschichte in ganz neue Richtungen führen.
Kris Zierhut, der Principal Designer von WoW Forever, spricht von einer Art Paralleluniversum, in dem auch Dinge passieren können, die wir aus dem alten Warcraft überhaupt nicht kennen. Damit kann Blizzard viel freier mit bekannten Figuren und alten Geschichten spielen und daraus etwas völlig Neues machen.
Ganz von der bekannten WoW-Lore löst sich Forever trotzdem nicht. Die großen Eckpunkte bleiben bestehen. Der Weg dorthin kann sich aber ändern.
Forever muss nicht einfach noch einmal Burning Crusade nachspielen
Die Geschichte beginnt ungefähr dort, wo World of Warcraft im Jahr 2004 gestartet ist, nach den Ereignissen von Warcraft 3: Forsaken Kingdom und vor Molten Core.
Von hier aus will Blizzard nicht einfach dieselben Quests, Raids und Geschichten erneut in derselben Reihenfolge abarbeiten. Stattdessen sollen Ereignisse erzählt werden, die in dieser Zeit hätten passieren können.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Blizzard plötzlich alles umschreibt. Zierhut nennt dafür selbst Beispiele: Illidan zieht weiterhin in die Scherbenwelt und Arthas wird zum Lichkönig. Solche großen Säulen der Warcraft-Geschichte bleiben bestehen. Dazwischen darf sich Forever aber deutlich mehr Freiheiten nehmen.
Genau das macht die Sache für uns interessant. Wir kennen Azeroth und viele seiner Figuren, wissen aber trotzdem nicht mehr genau, welche Geschichte hinter der nächsten Ecke wartet.

Blizzard greift alte Ideen auf, die WoW nie genutzt hat
Forever soll dabei nicht nur neue Geschichten erfinden. Blizzard möchte auch Orte und Ideen aufgreifen, die schon im ursprünglichen WoW vorhanden waren, damals aber nie fertig erzählt wurden.
Zierhut nennt als Beispiel ein lange verschlossenes Tor in Azshara. In Forever lässt sich dieses Tor endlich öffnen. Dahinter wartet ein neuer Dungeon mit einer Geschichte rund um Furbolgs und Verderbnis.
Daneben entstehen komplett neue Gebiete wie Zephras Isle. Forever kann damit Dinge nachholen, die seit mehr als 20 Jahren als unfertige Ecken Azeroths herumliegen, und gleichzeitig Geschichten hinzufügen, die Blizzard 2004 noch gar nicht geplant hatte.
Selbst Molten Core muss erst einmal warten
Wie ernst Blizzard diesen Ansatz nimmt, zeigt ausgerechnet Der geschmolzene Kern. Der erste große Raid des ursprünglichen WoW gehört zwar weiterhin zur Geschichte von Forever, zum Start bleibt Ragnaros aber draußen.
Zierhut spricht ganz offen von „Molten Core fatigue“. Spieler hätten den Raid inzwischen in WoW Classic, Season of Mastery, Season of Discovery und auf den Anniversary-Servern mehrfach erlebt. Das Team möchte deshalb zuerst neue Schlachtzüge und neue Bosse zeigen.
Molten Core kommt später. Forever beginnt aber bewusst mit etwas Neuem. Und genau darin steckt für uns die spannendste Idee hinter dem ganzen Projekt.
Bekannte Welt, unbekannter Weg
Forever verwirft die Warcraft-Geschichte also nicht komplett. Arthas bleibt Arthas, Illidan bleibt Illidan und einige große Lore-Ereignisse werden weiterhin stattfinden. Nur spielen sie für uns keine überragende Rolle mehr wie zuvor.
Aber Blizzard muss nicht mehr jeden Schritt genauso erzählen wie vor 20 Jahren. Neue Gebiete können plötzlich wichtig werden. Alte, nie beendete Geschichten bekommen ein episches Finale. Dazwischen können vollkommen neue Abenteuer entstehen.
Wir kennen also einige Stationen dieser Reise, aber nicht mehr den Weg dazwischen. Für ein Classic-WoW, dessen Geschichte wir längst auswendig kennen, könnte Forever genau den frischen Wind bringen, der uns bisher gefehlt hat.
Quelle: Buffed
